Gis.Komm 2008

 

Geoinformationssysteme (GIS) auf dem Vormarsch in schleswig-holsteinischen Gemeinden


Bad Schwartauer Vermessungsbüro geht neue Wege in der Kooperation zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und kommunaler Familie

 

Stockelsdorf/Bad Schwartau. Am vergangenen Dienstag trafen sich Fachleute und Anwender von geographischen Informationssystemen (GIS) aus Wirtschaft, Wissenschaft und der kommunalen Familie  im Hotel Golden Tulip „Lübecker Hof“.

Initiiert vom Vermessungsbüro Holst und Helten, Bad Schwartau,  stand die Veranstaltung ganz im Zeichen des Informationsaustausches zwischen den verschiedenen Anwendergruppen. In den sehr informativen  Vorträgen und Praxisberichten wurde deutlich, was durch den Einsatz von Geoinformationssystemen im Hinblick auf eine zeitgemäße, effektive Arbeit in allen Bereichen einer Verwaltung möglich ist. Insbesondere wurden ein Straßenmanagementprojekt aus der Hansestadt Lübeck und ein Umweltprojekt über Dächereignung für Solaranlagen in der Gemeinde Ratekau vorgestellt. Letzteres erfolgt im Rahmen einer EU-Initiative zur CO2-Senkung und unterstreicht die eigenen Ansprüche und Bemühungen der Gemeinde Ratekau nachhaltig, modern und umweltfreundlich zu agieren.

In den Vortragspausen wurden in intensiven Gesprächen Erfahrungen ausgetauscht. Gleichzeitig hatten Interessierte Gelegenheit, sich die modernen Erfassungsgeräte für den Außeneinsatz durch Mitarbeiter des Vermessungsbüros zeigen zu lassen.  Am Ende eines kurzweiligen Tages waren sich alle Beteiligten einig: Ohne Einsatz von Geoinformationssystemen in der öffentlichen Verwaltung wird es zukünftig nicht mehr gehen, will man effektiv, kostengünstig und bürgerfreundlich arbeiten. Allerdings zeigte sich auch, dass bei der Einführung dieser Technologie in die Praxis umfassende Beratung und Schulungen von Experten unerlässlich sind. „Ganz so einfach wie Google-Earth und Google-Maps  sind Fachinformationssysteme nicht zu bedienen.“, sagte Frau Dr. Ulrike Klein von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Auch das Vermessungsbüro als Initiator der Veranstaltung zog ein positives Fazit: „Die Teilnehmer haben bestätigt, wie wichtig ein Informationsaustausch zwischen den verschiedenen Anwendergruppen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Öffentlichkeit ist. Dieses Ziel haben wir erreicht. Wir sind alle Teile eines Netzes, ob wir wollen oder nicht. In der heutigen Zeit ist keiner mehr auf einer Insel, sondern mitten drin: sowohl in der Region als auch in Europa. Ich sehe dies als Chance und nicht als Last.“, so Dipl.-Ing. Christine Holst vom Vermessungsbüro Holst und Helten. „Wenn die Resonanz weiter so positiv ist, sind Folgeveranstaltungen geplant.“


Hintergrundinformation
Geographische Informationssysteme (GIS) bilden unsere Umwelt in digitalen Datenmodellen ab. Grundlage bilden sogenannte Geobasisdaten aus der amtlichen Vermessungsverwaltung. Diese beinhalten Grundstücksgrenzen, Gebäudegrundrisse, Topographie und Luftbilder.

Die unterschiedlichen Fachbereiche wie Umweltamt, Bauamt, Kämmerei und andere können ihre fachbezogenen Daten in das Geoinformationssystem integrieren. Dadurch sind in einem funktionellen GIS schnelle, fachbereichsübergreifende Abfragen und statistische Auswertungen, Analysen und sogar Prognosen oder Hochrechnungen möglich. Die Ergebnisse der Analysen werden in Karten, Graphiken oder Tabellen übersichtlich und intuitiv erfassbar dargestellt. Sie können über Internetanwendungen (Web-Dienste) Dritten zugänglich gemacht werden und ermöglichen auch fachfremden Personen ein schnelles Verstehen „auf einen Blick“. Dies erleichtert die tägliche Arbeit in den Fachressorts ebenso, wie die Entscheidungsfindung z.B. bei der Haushaltsmittelplanung, welche Straßen am sinnvollsten saniert werden sollten.

Experten prognostizieren, dass GIS-gestützte Arbeitsplätze in vielen Bereichen zukünftig die Regel sein werden. Vor dem Hintergrund der wachsenden Anforderungen an die Verwaltung bei abnehmenden Personal- und Finanzmitteln wird man ohne gezielten GIS-Einsatz nur schwerlich in der Lage sein, effizient, kostenoptimiert, nachhaltig und bürgernah zu arbeiten. Von Seiten der Bundesregierung ist die Bedeutung von Geobasisdaten und Geoinformationssystemen erkannt: Es wurde bereits ein Gesetz zum Zugang zu Geodaten (Geodatenzugangsgesetz, GeoZG) verabschiedet. Ländergesetze sind in Vorbereitung.

 

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